Bürgerverein: Leitartikel Bürgerblatt Juli 2017

Liebe Rintheimer Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Diskussion um den zukünftigen Flächennutzungsplan (FNP 2030) bis zur endgültigen Entscheidung im Gemeinderat am 25. April dieses Jahres benötigte fast ein Jahr. Unter den 46 Steckbriefen für zu prüfende Flächen war auch eine Prüffläche in Rintheim am Ostring zwischen der Mannheimer Straße und der Haid- und Neu-Straße. Diese Fläche ist bisher für Landwirtschaft mit der Zweckbestimmung „Gärtnerei“ ausgewiesen (im FNP 2010), sie ist weitgehend unversiegelt.

Der Bürgerverein Rintheim sah die Bewertung im Steckbrief als zu überarbeitend an und verfasste daher eine Stellungnahme, die sich gegen eine mögliche Bebauung entlang des Ostrings aussprach.

Als Gründe dagegen wurden angeführt, dass die Fläche eine „grüne“ Zäsur zwischen den Stadtteilen Oststadt/Rintheim darstellt und darüber hinaus eine Frischluftschneise im Grünsystem zwischen Hauptfriedhof und TSV-Gelände weiter bis zur Grundschule Rintheim und dem Hinterwiesenweg ist.

Diese Grünfläche als Frischluftschneise wäre den Rintheimer Bürgern durch eine Bebauung entlang des Ostrings verloren gegangen, aber auch der Lärmschutz zum Ostring. Darüber hinaus hätte es einen großen sozialen Verlust bedeutet, wenn auch  der 2009 eingerichtete Spiel- und Bolzplatz, der eine hohe soziale Funktion hat, überbaut worden wäre.

Auch die Lärmbelastung des 4-spurigen Ostrings (als eine Art Stadtautobahn) mit laufend zunehmendem Verkehr wäre größer geworden sowohl für die bestehende westliche Ostringbebauung, aber vor allem für die dann mögliche dichte Bebauung im östlichen Bereich.

Ergebnis der Beratungen war, dass die Gründe offensichtlich stichhaltig waren und damit die Fläche Ostring aus der Prüfkulisse für den FNP 2030 genommen wurde.

Über Rintheim hinaus wurden in den Steckbriefen auch drei Kleingartengelände in die sog. Prüfkulisse einbezogen, nämlich „Pulverhausstraße“, Oberreut, „Exerzierplatz“, Nordweststadt und „Am Rüppurrer Schloss“, Rüppurr. Über diese drei ausgesuchten Kleingartenanlagen wurde in den Gremien und außerhalb heftig diskutiert. Betroffene Bürgervereine der betroffenen Stadtteile wurden genauso gehört, wie die betroffenen Kleingärtner sowie der Kleingartenverband Karlsruhe.

Intensiv setzte sich auch die Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgerverein (AKB) mit dem Thema auseinander und unterstützte die Bürgervereine darin, die drei Kleingartenanlagen aus der Prüfkulisse zu nehmen. In gemeinsamer Anstrengung gelang es, auch diese Kleingartenanlagen aus der Prüfkulisse zu nehmen und damit zu erhalten.
Dies ist auch eine gute Botschaft für alle Kleingartengelände in Rintheim. Auch wenn diese aktuell nicht in die Diskussion des Flächennutzungsplans geraten sind, ist es für die Zukunft beruhigend zu sehen, wie hoch die Bedeutung der Kleingärten eingeschätzt wird und dass auch der Bürgerverein zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft sich für den Erhalt einsetzen würde. Die Einrichtung eines Kleingartenbeirats in Karlsruhe wird des Weiteren bewirken, dass die Interessen der Kleingärtner besser vertreten und gehört werden.

Nun ist es so weit: Erste Wohnungen der Volkswohnung GmbH in der Forststraße wurden bereits bezogen und der CAP-Markt hat am 20. Juli mit einem Fest unter Beteiligung des Bürgervereins eröffnet. Näheres finden Sie in einem eigenen Artikel.

Folgerichtig werden z. Zt. auch die Fahrbahn, die Gehwege und Parkplätze der Forststraße erneuert. Für die Bauarbeiten wird die Forststraße in 3 Bauabschnitten gesperrt. Die umfangreiche Baumaßnahme wird bis in den Herbst dauern.

Die Stadtverwaltung kam auf den Bürgerverein zu, weil der Finkenschlagweg wegen seines maroden Zustands saniert werden soll. In diesem Zusammenhang wurde verwaltungsintern diskutiert, ob diese Sanierung nicht gleich im Sinne der neuen Parkpolitik durchgeführt werden könne. Der Bürgerverein begrüßte diese Verknüpfung und schlug vor, die betroffenen Bürger zu informieren und zu einem Treffen im September einzuladen, bei dem die Stadtverwaltung ihre Konzepte vorstellen und diskutieren würde. Der Bürgerverein bleibt weiter am Ball.

In diesem Bürgerblatt fahren wir mit der Artikelserie „Rintheim jubiliert“ fort. In einem eigenen Artikel stellt sich der Vereinigte Chor mit 140 Jahren und seine Chorgattung Gospelchor mit 25 Jahren vor.

Herzlichst Ihr Dr. Helmut Rempp