Historie des Bürgervereins Rintheim

Historische Wurzeln des Bürgervereins Rintheim

Bisher wurde angenommen und ist nachzulesen, dass der Bürgerverein Rintheim als Einwohnerverein 1949 gegründet worden wäre. Recherchen haben aber gezeigt, dass es bereits vor dem 2. Weltkrieg einen Bürgerverein Rintheim gab.

Durch zufällige Beschäftigung mit der Historie der Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine e.V. (AKB) in alten Adressbüchern der Stadt Karlsruhe der 20er und 30er Jahre ergab sich, dass seiner Zeit bereits ein Bürgerverein Rintheim eingetragen war. Das reizte natürlich weiter in die Vergangenheit zurückzuschauen. Adressbuch für Adressbuch wurde (elektronisch) gewälzt und das Ergebnis ist überraschend und einleuchtend zugleich.

Für den Bürgerverein Rintheim gab es erstmals im Adressbuch des Jahres 1909 einen Eintrag, und dann ununterbrochen bis 1934. Dafür bietet sich folgende Interpretation an:

Die Eigenständigkeit Rintheims mit damals über 2.000 Einwohner zeichnete sich bis 1907 durch einen eigenen Gemeinderat, Bürgermeister und ein schmuckes Rathaus aus, einen repräsentativen Fachwerkbau Ecke Haupt- und Forststraße. Darin lenkte der letzte Bürgermeister Ludwig Leßle bis zur Eingemeindung nach Karlsruhe im Jahr 1907 die Geschicke Rintheims. Mit der Eingemeindung nach Karlsruhe 1907 war es mit dieser Eigenständigkeit plötzlich vorbei und das nun zuständige Rathaus war für jene Zeiten eine „Tagesreise“ weg.

Sehr verständlich ist daher, dass Rintheimer Bürger eine Bürgervertretungsform suchten. Sie wählten die Organisation eines Bürgervereins, wie es sie in wenigen anderen Stadtteilen bereits gab. Dieser wurde dann wohl bereits 1907 oder 1908 gegründet, so dass der erste Eintrag im Adressbuch 1909 erscheinen konnte.

Der erste Bürgervereinsvorsitzende war der Hirschwirt Jakob Kastner mit zweimaligem Eintrag bis 1910. Weitere Vorsitzende waren

  • Erb, Ludwig, Rintheimer Hauptstr. 37 (1912 – 1930) und
  • Bippes, Ludwig, Ernststr. 84 (1930 – 1934).

Ab 1935/36 war kein Bürgerverein Rintheim mehr eingetragen. Nebenbei sei bemerkt, dass auch andere Bürgervereine zu jener Zeit aus dem Adressbuch verschwunden sind. Diese Entwicklung ist plausibel zu erklären: Unter der NAZI-Diktatur wurden Organisationen gleichgeschaltet oder bei Nichtbefolgen aufgelöst.

Das Jahr 1949 ist also das Jahr der Wiedergründung. Interessant ist, dass zunächst nicht der ursprüngliche Name weitergeführt wurde, sondern dass man diese Bürgervertretung zunächst Einwohnerverein nannte. 1. Vorsitzender war Georg Emmerich. Im Vorstand vertreten war Ludwig Bippes, der von 1930 bis 1934 Vorsitzender war. Aus dem Einwohnerverein  wurde 1953 durch Namensänderung wieder der „Bürgerverein Rintheim“.